Dienstag, 15. Juni 2010

Warum Technik nicht alles ist ...

In meinem letzten "Aus dem Nähkästchen geplaudert" hatte ich ausgeführt, daß ich mir eine günstige Canon XM1 zugelegt habe. Da mag sich so mancher fragen, was ich denn heutzutage noch mit einer SD-Kamera anfangen will. Das kommt mich ungefähr genauso vor, wie wenn mir jemand die Frage stellt, was ich heutzutage noch mit einer Nikon D2H oder einem Novoflex "reißen" wolle. Nun denn, ich habe schon oft genug ein "quod esset demonstrandum" geliefert.

Was habe ich davon, nicht auf den Zug nach permanent neuem und noch besserem und noch teurerem Equipment aufzuspringen?

Nun, ich habe solides und bewährtes Handwerkszeug. Ich schone mein Portemonnaie (und lade dafür lieber mal meine Frau schön zum Essen in einem tollen Restaurant ein) und halte meine Betriebsausgaben und meine Abschreibungen auf Anlagevermögen überschaubar. Ich vermeide, in die Abhängigkeit von Fremdkapital zu geraten (sprich: Bankkredite).

Wichtig, viel wichtiger als die "neueste" Technik, ist es, ein modernes Vertriebskonzept zu haben und dabei in der Profi-Liga zu spielen. Einen stabilen und verläßlichen Kundenkreis zu haben (und zu pflegen!). Und daß das auch ohne Hype nach dem "Neuesten" gut geht, auch dafür gibt es viele "Quod erat demonstrandum".

Technik ist Mittel zum Zweck ...

Wo ich mich neuester Technologie nie verschließe, nie verschließen werde, das ist - logischerweise und folgerichtig - der komplette Kommunikationsbereich (immerhin bin ich von Hause aus auch IT-Organisator). Und da die Südwestpfalz, dort, wo unser "Freilicht-Studio" ist, zu den Regionen Deutschlands gehört, die zu den DSL-freien Zonen ohne Breitbanddienste gehören, funktioniert Kommunikation dort halt eben nicht über Rooter und LAN, sondern mit halbwegs passabler Feldstärke nur über ein UMTS-Funknetz. Und arbeiten will und muß man ja schließlich an jedem Ort. Und eine E-Mail, die man mal so eben schnell um 6:50 Uhr beim Frühstück verschicken will, soll ja nicht länger bis zur Zustellung brauchen als die gute alte "gelbe Post" (die in der Region, so nebenbei bemerkt, mittlerweile auch fast alle gelben Briefkästen abgeschraubt hat(!) - wir müssen z.B. bis zum nächsten gute vier Kilometer fahren. Das nenne ich wahrhaft kundenfreundlich!).

Wer in ähnlicher Lage mit seinem Festnetzanschluß ist, der findet hier vielleicht interessante Infos.

Kommentare:

  1. ich fotografier mit einer Nikon D80...stimmte dir also voll zu.

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  2. Hallo, Laney5569, erstmal vielen Dank dafür, daß Du mein Blog verfolgst. Und vielen Dank für Deinen Kommentar.

    Dein Blog ist übrigens auch sehr interessant geraten. Was ich daran auch mag, ist, daß wohl bei Dir auch das Geld nicht so locker sitzt, Du das aber durch sehr viel Kreativität wettmachst. Da sag' ich nur: mach weiter so.

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  3. Interessant übrigens (passt da ganz gut zum Thema), daß die Agentur Alamy ihre submission guidelines gelockert hat (s. dazu Michael Anhäusers Blog Berufsfotografen und den Alamy-Blog.

    Ursache?

    Nun, um mal zu spekulieren, was News, Reportage und historischen Bildmaterial angeht, sicher die Erkenntnis, daß man sich da mit hohen Megapixel-Forderungen vermarktbares Bildmaterial quasi selbst "aussperrt" (immerhin hatte bereits Scoopt bewiesen, daß sogar Handy-Fotos zu vermarkten sind).

    Ganz besonders interessant, daß Alamy dabei sogar weit unter die als üblicher Standard für eine druckbare Bilddatei (für Magazindruck) geltende Größe von 12 MB entpackt geht.

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  4. Moin Franz,
    zum Teil stimme ich Dir da zu. Fur ein Bild ueber 2 Spalten in der Tageszeitung sind keine 12MP notwendig.
    Es gibt aber auch Gegenargumente:
    Vor 14 Tagen bekam ich einen Auftrag, 2 genau definierte Bilder fuer ein Buch ueber griechische Kunst in der Antike zu machen. Geplante Abbildungsgroesse sind 1/2 und 1/4 Seite. Nun kann man sagen, dafuer benoetigt man auch keine 12MP, Richtig... Haette ich aber nur eine 4MP Kamera um den Auftrag zu erledigen, dann haette sich der Verlag wahrscheinlich einen anderen Fotografen gesucht. Man benoetigt zwar nur max. 1/2 Seite, aber wer sagt denn das dem Author nicht noch weitere Verwendungen mit dem Bild in den Sinn kommen? Der Verlag haelt sich dabei die Tuer offen und verlangt eine dementsprechende Aufloesung.
    Haette ich also nicht mit der Zeit auf 12MP aufgeruestet, wuerde ich mich bei einigen Auftraegen auch "aussperren".

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  5. Hallo, Michael,

    zweifelsohne hast Du mit Buchaufträgen in mehr als 1/2 Seite in Hochglanz recht. Auf jeden Fall, wenn ich noch die "Sicherheitsreserve" von 20 bis 25% dazurechne, die Verlage gerne haben.

    Für solche Art der Auftragsfotografie braucht man sicher Kameras mit hohen Auflösungen.

    Ich habe nicht solche Aufträge. Aufträge sind bei mir Sport- oder Society-Events. Ansonsten mache ich ja nur Stock. Und da sieht der Interessent sofort, ob die Größe für seinen Zweck passt. Und er findet da aber auch Scans mit 18 MP.

    Mag sein, daß ich bei Buchverlagen deshalb mit digital aufgenommenen Fotos nur im Innenteil lande, aber quasi auf Vorrat aufrüsten lohnt sich m.E. für mich nicht. Wenn ich all meine Bücher durchgehe, dann habe ich viele Verwendungen bis 1/2 Seite aber bislang (in über 25 Jahren, wohlgemerkt) nur 2 Doppelseiten (und das waren ein 6x7 Dia und ein Kodachrome 64).

    Viele Grüße
    Franz

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  6. Apropos Sport-Events:

    Vom 2. bis 4. Juli 2010 findet in Nürnberg wieder das Norisring-Rennen mit DTM-Läufen statt. Dazu sucht der Motorsportclub Nürnberg noch Fotografen für seine Website. Weitere Infos dort.

    Akkreditierungen zum Rennen für Pressefotografen über www.dtm.com.

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  7. Nochmal @ Michael:

    Wenn ich "auf Vorrat und Verdacht" investiere, dann habe ich noch lange keine Gewähr, daß sich das auch tatsächlich in deutlich höheren Honoraren für die "höherwertigen" Bilder auszahlt.

    Aber ich habe sofort eine Schmälerung meines Erträgnisses. Und das kann ich nicht sofort und in voller Höhe abschreiben, sondern nur degressiv als Anlagevermögen. Ich gewinne also noch nicht mal einen deutlichen Steuervorteil.

    Und die alte Rechnung "Sobald das Zeugs abgeschrieben ist, nix wie raus damit, zu einem Drittel des Neupreises als Kommissionsware verhökern, noch einen kleinen Gewinn abstauben und was Neues kaufen", die geht so nicht mehr auf.

    Ich muß deshalb, nicht anders als etwa ein Schraubenhersteller, bei meinem "Maschinenpark" eine ganz andere Betriebsdauer kalkulieren.

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  8. Es gibt in der Medizin "die zweite Meinung" (also die eines anderen Arztes zum Fall). Es gibt sie - natürlich - auch zu diesem Thema.

    Zum Beispiel bei Michael Anhäuser.

    Wenn ich - beuflich - "on stage" fotografiere, dann bin ich - natürlich - mit einem nicht rauschenden Sensor gut beraten. Gibt's gar nichts drüber zu diskutieren.

    Gut, aber ich fotografiere nicht on stage (jedenfalls nicht beruflich). Insofern fehlt bei mir die Relevanz. Bei 320 ASA maximal ist bei mir sowieso Schluß. Und meine Artikel beziehen sich nur und ausschließlich auf mein eigenes Arbeitsgebiet (wo ich meine "Wettbewerbsfähigkeit" auch belegen kann).

    Auch und gerade, wenn mir nun jüngst interessanterweise bei meinen Ratgeber-Filmen einige "nette" Menschen massiv kommentieren möchten, daß Mut dazu gehöre, sich mit so einer "altertümlichen" Nikon sehen zu lassen oder daß ich mich doch mal mehr als 50 Meter von meinem Haus wegbewegen solle, anstatt durch die Scheibe zu fotografieren.

    Nach dem Motto "Kommentieren ist ein Privileg, kein Recht" erlaube ich mir - natürlich - den Leuten, denen meine Filme gefallen, solche "Kommentare" zu ersparen.

    Ja, wenn Geld gar keine, aber wirklich gar keine Rolle spielen würde, ja, dann, dann hätte ich eine Canon EOS-1 D Mark II.

    Aber solange, bis ich den Jackpot geknackt habe, halte ich es mit einem Kollegen, der immer noch mit einer uralten Mamiya RB 67 und einer C330 auf Rollfilm fotografiert und auch keinen Grund sieht, daran etwas zu ändern.

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