Freitag, 13. November 2009

Die kennen mich sogar in Berlin!


Foto © Stephan Marschall


Mein Freund und Kollege Stephan Marschall war mit seiner Frau Christine in Berlin und hat diesen "Freß-Tempel" entdeckt ...

Und dabei doch gleich an mich gedacht. Das ist doch ausgesprochen nett.

Und ich finde es klasse, daß die sogar in der Hauptstadt wissen, daß der Franz (wie alle Pfälzer!) jederzeit gerne ißt.

P.S.:
Ich vermisse Euch noch alle mit Euren netten Kommentaren auf meinem neuen Blog !!!

Montag, 9. November 2009

Mal wieder aus dem Nähkästchen geplaudert


Ich bin ja nun mittlerweile ein gutes Vierteljahrhundert im Geschäft ...

Und ich führe oft sehr ausgiebige Gespräche auch mit jungen Kollegen, die um Rat fragen, wie sie ihre Vertriebswege und Geschäftschancen verbessern können.

Auf hohes Interesse stößt dabei immer meine auch hier im Blog schon oft geäußerte Aussage, initiativ potentiellen Abnehmern Material (Fotos und Texte) zu interessanten Themen anzubieten. Auch auf ganz "konventionellem" Wege per postalischer Übersendung auf CD zusammen mit einem Angebotsbrief.

Und oft geht es dabei auch um ganz formale Fragen, um die Art der Präsentation.

Denn merke: Auch bei den Redakteuren gilt "Das Auge ißt mit!"

Das bedeutet, daß man schon einen gewissen Aufwand betreiben muß, um auf Interesse zu stoßen. Einfach Dateien auf CD brennen, handschriftlich mit wasserfestem Filzschreiber Copyright und Adresse drauf, das reicht nicht aus.

Wenn der Kollege in der Redaktion den Brief aufmacht, dann soll er "Appetit" kriegen, auf das, was er da in Händen hält!

Das heißt, jede CD ist in einer Hartbox. Und die hat ein Cover. Mit einem möglichst prägnanten Titel. Das ist "werben und verkaufen".

Mit etwas Übung kriegt man das mit dem Tintenstrahler auf Fotopapier gut hin. Und außerdem gibt es da Programme mit Formatierungsmustern.

Und jede CD hat ein Etikett. Das wiederholt den Titel vom Cover und hat ggf. auch ein Inhaltsverzeichnis.

Und das Begleitschreiben sollte grafisch ansprechend gestaltet sein, sinnvollerweise geprintete Previews des Materials der CD präsentieren. Denn - angewandte Psychologie - bevor sich jemand durch eine CD klickt, hat er gerne erst mal einen Überblick in Papier in der Hand.

Wer HTML und Javascript kann, der ist klar im Vorteil, denn er kann seinem Kunden auf der CD selbst einen zusätzlichen Service bieten. In Form von interaktiven Inhaltsverzeichnissen, Bildkatalogen u.v.m.

Und wenn dann noch ein Link oder ein Button ins Verzeichnis mit den High-Res-Pics führt, dann ist das perfekt.

Absolut perfekt ist es, wenn die HTML-Oberfläche beim Einlegen der CD automatisch gestartet wird. Mit einer Autorun-Routine im Root-Verzeichnis ist das realisierbar.

Dann noch was zum Thema Bilddatenbanken:

Man braucht heute einfach eine eigene. Archivbilder sind immer gesucht. Und die werden heute online recherchiert.

Es ist nun die Frage, miete ich mich auf einem Portal wie Mecom oder APIS ein oder betreibe ich meine eigene Datenbank, die ich auch mit jeder Aussendung, per Mailings oder Telefonmarketing bewerbe.

Schlußendlich eine Kostenfrage.

Eine recht kostengünstige Variante ist ein virtueller Server bei Topixx und die Einbindung ins Topixx-Portal. Damit habe ich Ende 2004 auch mal angefangen (s. www.franz-roth-pics.de).

Dann noch was zu den Themen in "meinem" Bildarchiv:

Jahr für Jahr sucht "Gott und die Welt" symbolhafte Bilder zu den wiederkehrenden Ereignissen wie Ostern, Weihnachten, Allerheiligen und was es sonst noch so alles gibt. Und genau die hat man im Archiv. Klassische "Postkarten-Motive", schöne Weihnachtsmärkte (und auch die "Schattenseiten", das Gedränge und Geschiebe, die Gefahr von Taschendieben), Kinder beim Ostereiersuchen, die Umstellung auf Sommerzeit, Herbstwetter. Usw. usw. usw.

Bestückt mit solchen Motiven wird das eigene Online-Archiv im Laufe der Zeit zum sicher lukrativen "Selbstläufer".

Und: Entgegen anderslautender Gerüchte muß ich den Nürnberger Christkindlesmarkt nicht jedes Jahr neu fotografieren! So sehr "veraltet" der nämlich nicht ...



Updated (10.11.2009):

Nachstehend in Beispiel, daß gutes Archiv-Material auch nach Jahren noch seine Verwendung finden kann. Links sieht man die Erstverwendung meines Fotos von der Wülzburg bei Weißenburg (in Bayern) als Feature und sog. Füller in SW im Jahr 1997 in der Nürnberger Zeitung (NZ). Sieben (!!!) Jahre später wurde das im Archiv der Zeitung befindliche Foto in aktuellem Zusammenhang verwendet.


Man schickt nicht zu jeder Meldung, die man illustrieren will, einen Fotografen los, um ein neues Bild zu schießen. Viel zu teuer! Da greifen die Redaktionen ins Archiv.

Noch was zum Hintergrund:

Die NZ wurde (und wird) von mir mit Bildmaterial aus Bayern und der Welt beliefert (damals waren das 13x18 Farbprints vom Negativ). Verwendung findet das Material u.a. auch immer dann, wenn die Seite "zugemacht" werden muß; als "Füller".

Und da muß man eines noch sagen: natürlich liefern die großen Nachrichtenagenturen auch Feature-Material (Originelles, Humorvolles, Interessantes). Aber sie liefern es allen ihren Abonnenten. Und, das muß man auch mal ehrlich so sagen, das ist immer im aktuellen Tagesgeschäft "nebenbei mitgeschossen".

Und dehalb ist das gerade für uns kleine Büros eine Chance. Wir sind vor Ort, vertraut mit der Region, wir recherchieren anders und bieten daher das "andere Bild".

Das ist unsere Nische!

So, und zum heutigen Jahrestag noch die "Collage des Tages" ...

... denn vor 20 Jahren war ich dabei. Als die Mauer fiel. Und meinen "alten Hobeln" von damals eine Hommage. Die beiden Geräte waren mit mir in Rudolfstein, Links oben eine F2 Baujahr 1976, erkennbar an der Mitnehmerkralle (wer kennt noch den Nikon-links-rechts-Ratsch beim Einsetzen des Objektivs?), rechts eine F2A von 1979.

Sonntag, 8. November 2009

Pirmasenser Impressionen

Da wäre zum Einen Peter Kaiser, gegründet 1838, und Europas älteste Schuhfabrik.



Und nicht weit entfernt davon eine verfallende alte Villa, nicht gerade Werbung für PS, wie das Plakat davor uns suggerieren will.


Updated 09.11.2009:

Ich habe nun mal zu der Villa recherchiert. Es ist die Loeser-Villa (Löser-Villa) der Familie des Fotografen Wolfgang Loeser. Auch hier wurde der Denkmalschutz aufgehoben! Interessanterweise macht sich in Pirmasens "DIE LINKE" für das verfallende Gebäude stark: http://www.westpfalz-journal.de/Seiten/100politikallgemeinseiten/Eschrich/47-villa.htm

Und wenn man den Gerüchten und Spekulationen nachgeht, dann wird auch dieses Baudenkmal wahrscheinlich abgerissen werden!

Ich zitiere unkommentiert aus der Pirmasenser Zeitung (PZ) - online - vom 12. November 2008:

Ärger im Hauptausschuss wegen Weiner-Brief
Nach SPD-Protesten Beschluss über Sanierungsgebiet vertagt


Ärger hat's hinter verschlossenen Türen am Montag im Hauptausschuss gegeben. Nach Protesten von SPD-Fraktionschef Norbert Stretz hat Oberbürgermeister Dr. Bernhard Matheis das erste Thema von der Tagesordnung genommen.

Unter Punkt 1.1. wollte das Gremium beschließen, die vorbereitende Untersuchungen für das anvisierte Sanierungsgebiet Lemberger Straße/ Landauer Tor um zahlreiche bebaute und unbebaute Grundstücke zu erweitern. Damit wäre auch die marode Loeser-Villa in das Gebiet gerutscht. Das pikante an dem Fall: CDU-Stadtrat Thomas Weiner versucht in seiner Eigenschaft als Immobilienmakler das marode Haus einem Investor schmackhaft zu machen und hat mögliche Investoren auch schon schriftlich signalisiert, dass mit einer Aufnahme des Hauses ins Sanierungsgebiet zu rechnen sei. Für die in Zeiten des aufkommenden Wahlkampfs kritischere SPD hat der Fall "ein Geschmäckle". Den Pirmasenser Genossen stößt vor allem auf, dass Weiner schon Schreiben mit dem Hinweis auf das Sanierungsgebiet verschickt haben soll, obwohl das Thema noch mit keiner Silbe in den politischen Beschlussgremien besprochen war. Die SPD will deshalb klipp und klar wissen, woher der Immobilienmakler diese Vorab-Informationen hatte. "Vorher werden wir nicht zustimmen. Die Ungereimtheiten müssen aufgeklärt werden", machte Fraktionschef Norbert Stretz auf PZ-Anfrage deutlich. Die SPD-Kritik wies Weiner gestern auf PZ-Anfrage zurück. Er versicherte von Seiten des Bauamtes sei ihm signalisiert worden, dass geplant sei, die Villa ins künftige Sanierungsgebiet aufzunehmen. Von sich aus sei er in dieser Sache nicht aktiv geworden. Die beiden Interessenten hätten nicht verlangt, das Haus wegen eventueller steuerlicher Vorteile ins Sanierungsgebiet aufzunehmen. Um Kritik wegen möglicher mittelbarer Vorteilsnahme erst gar nicht aufkommen zu lassen, habe er auch extra einen Ersatzmann in den Hauptausschuss geschickt. An der Villa verdiene der nichts, die Rettung des bauhistorischen Schmuckstücks in der Lemberger Straße liege ihm aber persönlich sehr am Herzen, versicherte der Landtagsabgeordnete. Oberbürgermeister Matheis teilte der PZ schriftlich mit, dass er sich nicht erklären könne, wie es zu dem von der SPD beanstandeten Schreiben Weiners kam. Er habe deshalb vorgeschlagen, Weiner in einer der nächsten Sitzungen auf die Kritik anzusprechen. Bis dahin werde die Vorlage zurückgestellt, schreibt der OB ohne den Namen Weiner in seiner Stellungsnahme zu nennen. Matheis wies auch ausdrücklich darauf hin, dass die Stadt in der Vergangenheit offensiv mit den Möglichkeiten umgegangen sei, die ein Sanierungsgebiet biete, wenn es darum gehe, Investoren für alte Bausubstanz oder Industriebrachen zu finden. Wie Weiner bestätigte, hat er zwei potenzielle Investoren an der Angel: Einen einheimischen Handwerker und eine vorderpfälzische Gesellschaft, die sich auf die Renovierung und Vermarktung alter Häuser spezialisiert hat. Das Vormundschaftsgericht hat den Wert der 100 Jahre alten Villa mit einer Wohnfläche von 500 bis 600 Quadratmetern auf 77000 Euro festgesetzt. Ein Angebot liegt bisher unter dieser Summe. Um Investitionen zu erleichtern, war vor einigen Wochen der Denkmalschutz für das Gebäude aufgehoben worden. Der Besitzer, der ehemalige Fotograf Loeser, lebt im Altersheim und steht wegen einer Erkrankung unter Betreuung. (pio)

Hinweis: Wolfgang Loeser ist mittlerweile verstorben.

Last but not least - hier noch der Film zum Thema:



Updated II (11.11.2009):

Das Schicksal des Hauses macht mich einfach nur wütend! Deswegen noch ein Beitrag auf meinem Wordpress-Blog.

Und, nachdem ich in der fotocommunity Wolfgang Loeser und Bilder des Hauses gefunden hatte, habe ich mich auch dort beteiligt.

Des Weiteren habe ich dem OB der Stadt Pirmasens zu dem erbärmlichen Zustand dieses baulichen Kleinods eine Mail geschrieben. Die möchte ich der Öffentlichkeit nicht vorenthalten:

----- Original Message -----
From: Franz Roth
To: oberbuergermeister@pirmasens.de ; bueroob@pirmasens.de
Cc: Franz Roth
Sent: Tuesday, November 10, 2009 9:24 AM
Subject: Die Villa Loeser, ein Thema nicht nur für Pirmasens

Sehr gehrter Herr Oberbürgermeister Dr. Matheis,

mit Erschrecken habe ich bei einem jüngsten Besuch meiner Heimatstadt Pirmasens den katastrophalen Zustand dieses einmaligen baulichen Kleinods der Villa Loeser in der Lemberger Str. gesehen.

Ich fühlte mich in fataler Weise an die Siebziger Jahre in Pirmasens zurückerinnert, als etwa alle Grenadierhäuser aus der Landgrafenzeit "plattgemacht" wurden und das Schützendreieck in seiner Geschlossenheit dem Ausbau der Schäferstraße zum Opfer gefallen ist.

In gleich fataler Weise fühlte ich mich, gerade gestern, dem 20. Jahrestag des Mauerfalls, zurückerinnert an meine Reisen in die ehemalige DDR und den damaligen maroden Zustand so wunderbarer Städte wie Meißen (das heute - gottseidank - wieder "neu erstanden" ist!).

Ich hätte nicht gedacht, so etwas im Jahre 2009 nochmal sehen zu müssen!

So konnte ich nicht umhin, dieses Thema journalistisch zu verarbeiten, zu dokumentieren und - zunächst online in meinen Blogs - zu publizieren.

http://rothfranz.wordpress.com/2009/11/09/noch-ein-nahezu-unglaublicher-skandal-um-ein-architektonisches-kleinod-in-der-sudwestpfalz/

Eigentlich wäre es meine Intention, für meine Heimatregion Südwestpfalz in positiver Weise "die Werbetrommel zu rühren". Doch ist es auch journalistische Aufgabe, "den Finger in die Wunde zu legen" und auf solche Unmöglichkeiten aufmerksam zu machen.

Es kann nicht angehen, daß solche architektonischen Kleinode für immer verschwinden oder "entkernt" und "luxussaniert" und damit ihres Charakters beraubt werden.

Wenn ich nicht arg falsch informiert bin, dann bestünde die Möglichkeit für den denkmalgerechten Erhalt dieses Gebäudes, das zum Gesicht der Stadt Pirmasens gehört, Fördermittel der Denkmalbehörde zu erhalten.

Ich darf Sie zunächst auf diesem Wege bitten, Ihren Einfluß als OB in dieser Richtung geltend zu machen, um eine würdige Erhaltung dieser architektonischen Einmaligkeit zu erreichen.

Gerne erwarte ich Ihre Rückantwort (natürlich auch in Kommentarform in meinen Blogs).

Mit freundlichen Grüßen
Franz Roth

http://www.franz-roth-presse.de/

Auf Spurensuche in der Südwestpfalz

Im Pfälzerwald der Geschichte des 20. Jahrhunderts auf der Spur

Die Geschichte des 20. Jahrhunderts hat dunkle Kapitel. Und Zeugen dieser Geschichte finden sich zuhauf im Pfälzerwald. Wenn man sie denn findet. Denn man kann sich des unbewußten Eindrucks nicht erwehren, daß die Verantwortlichen in der Politik, sei es auf Landes-, Landkreis- oder kommunaler Ebene, gerne diesen Teil der Geschichte ausblenden würden.

Denn durch den Pfälzerwald verlief der Westwall mit zahllosen Bunkern und Gefechtsanlagen. Die gesprengten Überreste sind noch da. Heute Biotope für seltene Tiere und Pflanzen.

Aber außer beim Westwallmuseum in Pirmasens (Stadtteil Niedersimten)...

...finden sich keinerlei Hinweise auf das ehemalige Festungswerk. Unvermittelt steht der ortsfremde Wanderer dann irgendwann vor so einem ehemaligen Monster aus Beton und Stahl, notdürftig mit verrostetem Stacheldraht eingezäunt oder frei im Wald.

Derweil auf der französischen Seite der "Gegenspieler", die Maginot-Linie, zu besichtigen ist ...

... und auch in der Normandie die ehemaligen deutschen Befestigungswerke des deutschen Atlantikwalls erhalten werden (wie im Tableau unten links die Marineküstenbatterie Longues) ...

... tut man im Pfälzerwald so als hätte der Zweite Weltkrieg nie stattgefunden!

Es wird (u.a.) argumentiert, man wolle keinen "braunen Tourismus". Doch diese seltsame Argumentation vermag nicht zu überzeugen. Mich jedenfalls nicht. Geschichte ist passiert. Und drum kann man sie nicht einfach "wegradieren". Auch und gerade hier in Nürnberg stellt man sich der Geschichte. Das ehemalige Reichsparteitagsgelände (und ein Museum) erinnert mit seiner protzigen Architektur an die Schrecken des Dritten Reiches.

Es wird langsam Zeit, daß man sich auch in der Westpfalz dieses Teils der Geschichte annimmt. Denn der Pfälzerwald ist eben nicht nur Natur, Nordic Walking oder Burgenromantik!



Wir behalten das Thema im Auge und werden es weiter auch journalistisch thematisieren.