Ich bin ja nun mittlerweile ein gutes Vierteljahrhundert im Geschäft ...

Und ich führe oft sehr ausgiebige Gespräche auch mit jungen Kollegen, die um Rat fragen, wie sie ihre Vertriebswege und Geschäftschancen verbessern können.
Auf hohes Interesse stößt dabei immer meine auch hier im Blog schon oft geäußerte Aussage, initiativ potentiellen Abnehmern Material (Fotos und Texte) zu interessanten Themen anzubieten. Auch auf ganz "konventionellem" Wege per postalischer Übersendung auf CD zusammen mit einem Angebotsbrief.
Und oft geht es dabei auch um ganz formale Fragen, um die Art der Präsentation.
Denn merke: Auch bei den Redakteuren gilt "Das Auge ißt mit!"Das bedeutet, daß man schon einen gewissen Aufwand betreiben muß, um auf Interesse zu stoßen. Einfach Dateien auf CD brennen, handschriftlich mit wasserfestem Filzschreiber Copyright und Adresse drauf, das reicht nicht aus.
Wenn der Kollege in der Redaktion den Brief aufmacht, dann soll er "Appetit" kriegen, auf das, was er da in Händen hält!
Das heißt, jede CD ist in einer Hartbox. Und die hat ein Cover. Mit einem möglichst prägnanten Titel. Das ist "werben und verkaufen".

Mit etwas Übung kriegt man das mit dem Tintenstrahler auf Fotopapier gut hin. Und außerdem gibt es da Programme mit Formatierungsmustern.
Und jede CD hat ein Etikett. Das wiederholt den Titel vom Cover und hat ggf. auch ein Inhaltsverzeichnis.

Und das Begleitschreiben sollte grafisch ansprechend gestaltet sein, sinnvollerweise geprintete Previews des Materials der CD präsentieren. Denn - angewandte Psychologie - bevor sich jemand durch eine CD klickt, hat er gerne erst mal einen Überblick in Papier in der Hand.

Wer HTML und Javascript kann, der ist klar im Vorteil, denn er kann seinem Kunden auf der CD selbst einen zusätzlichen Service bieten. In Form von interaktiven Inhaltsverzeichnissen, Bildkatalogen u.v.m.

Und wenn dann noch ein Link oder ein Button ins Verzeichnis mit den High-Res-Pics führt, dann ist das perfekt.
Absolut perfekt ist es, wenn die HTML-Oberfläche beim Einlegen der CD automatisch gestartet wird. Mit einer Autorun-Routine im Root-Verzeichnis ist das realisierbar.
Dann noch was zum Thema Bilddatenbanken:Man braucht heute einfach eine eigene. Archivbilder sind immer gesucht. Und die werden heute online recherchiert.
Es ist nun die Frage, miete ich mich auf einem Portal wie Mecom oder APIS ein oder betreibe ich meine eigene Datenbank, die ich auch mit jeder Aussendung, per Mailings oder Telefonmarketing bewerbe.
Schlußendlich eine Kostenfrage.
Eine recht kostengünstige Variante ist ein virtueller Server bei
Topixx und die Einbindung ins Topixx-Portal. Damit habe ich Ende 2004 auch mal angefangen (s.
www.franz-roth-pics.de).
Dann noch was zu den Themen in "meinem" Bildarchiv:Jahr für Jahr sucht "Gott und die Welt" symbolhafte Bilder zu den wiederkehrenden Ereignissen wie Ostern, Weihnachten, Allerheiligen und was es sonst noch so alles gibt. Und genau die hat man im Archiv. Klassische "Postkarten-Motive", schöne Weihnachtsmärkte (und auch die "Schattenseiten", das Gedränge und Geschiebe, die Gefahr von Taschendieben), Kinder beim Ostereiersuchen, die Umstellung auf Sommerzeit, Herbstwetter. Usw. usw. usw.
Bestückt mit solchen Motiven wird das eigene Online-Archiv im Laufe der Zeit zum sicher lukrativen "Selbstläufer".
Und: Entgegen anderslautender Gerüchte muß ich den Nürnberger Christkindlesmarkt nicht jedes Jahr neu fotografieren! So sehr "veraltet" der nämlich nicht ...

Updated (10.11.2009):Nachstehend in Beispiel, daß gutes Archiv-Material auch nach Jahren noch seine Verwendung finden kann. Links sieht man die Erstverwendung meines Fotos von der
Wülzburg bei Weißenburg (in Bayern) als Feature und sog. Füller in SW im Jahr 1997 in der Nürnberger Zeitung (NZ).
Sieben (!!!) Jahre später wurde das im Archiv der Zeitung befindliche Foto
in aktuellem Zusammenhang verwendet.

Man schickt nicht zu jeder Meldung, die man illustrieren will, einen Fotografen los, um ein neues Bild zu schießen. Viel zu teuer! Da greifen die Redaktionen ins Archiv.
Noch was zum Hintergrund:Die NZ wurde (und wird) von mir mit Bildmaterial aus Bayern und der Welt beliefert (damals waren das 13x18 Farbprints vom Negativ). Verwendung findet das Material u.a. auch immer dann, wenn die Seite "zugemacht" werden muß; als "Füller".
Und da muß man eines noch sagen: natürlich liefern die großen Nachrichtenagenturen auch Feature-Material (Originelles, Humorvolles, Interessantes). Aber sie liefern es
allen ihren Abonnenten. Und, das muß man auch mal ehrlich so sagen, das ist immer im aktuellen Tagesgeschäft "nebenbei mitgeschossen".
Und dehalb ist das gerade für uns kleine Büros eine Chance. Wir sind vor Ort, vertraut mit der Region, wir recherchieren anders und bieten daher das "andere Bild".
Das ist unsere Nische!
So, und zum heutigen Jahrestag noch die "Collage des Tages" ...
... denn vor 20 Jahren war ich dabei. Als die Mauer fiel. Und meinen "alten Hobeln" von damals eine Hommage. Die beiden Geräte waren mit mir in Rudolfstein, Links oben eine F2 Baujahr 1976, erkennbar an der Mitnehmerkralle (wer kennt noch den Nikon-links-rechts-Ratsch beim Einsetzen des Objektivs?), rechts eine F2A von 1979.