Donnerstag, 23. September 2010

Amateur-Fotografen: Finger weg von den Pseudo-Presseausweisen!

Startaufstellung beim Norisring-Rennen in Nürnberg; im Bild Hendrik Vieth aus dem ostfriesischen Filsum (www.hendrik-vieth.de)

Da ist der Glaube, sie würden "Tür und Tor" öffnen, Fotografierverbote außer Kraft setzen, den Zugang zu "restricted areas" ermöglichen und was sonst noch.

Die Rede ist von Presseausweisen. Und vom Abzock-Geschäft mit gutgläubigen Amateuren.

Dieser Artikel hat einen Aufhänger: mich hat ein Amateur angeschrieben und die Frage gestellt, was denn bei mir so ein Presseausweis kosten würde. Denn im Internet tummeln sich genügend "Verbände", "Organisationen" oder "Agenturen", die ihren "Mitgliedern" gegen Bezahlung irgendwelche Ausweise ausstellen.

Meist kostet die Mitgliedschaft einen Jahresbeitrag und der Ausweis auch.

Ich mußte daher den Anfragenden "enttäuschen", denn selbstverständlich stelle ich solche Pseudo-Ausweise nicht aus.

Eines vorweg:

Diese in Plastik eingeschweißten Pappdinger sind keinen Pfifferling wert! Sie sind Geldmacherei. Denn es gibt in Deutschland Presseausweise, amtliche Dokumente, nur für hauptberufliche Journalisten. Ausgestellt z.B. von Journalistenverbänden (wie etwa dem DJV) oder den Verbänden der Zeitungs- und Zeitschriftenverleger.

Und außerdem öffnen sie keineswegs Tür und Tor. Sie sind die Bitte an Polizei und Ordnungskäfte, dem Ausweisinhaber als Vertreter der Presse die Arbeit zu erleichtern. Wenns denn möglich ist. Damit läßt einen kein Hundertschaftsführer der Bereitschaftspolizei in sicherheitsneuralgische Bereiche, er ersetzt keine Fografiererlaubnis (z.B.) in Museen. Der Zugang zu Events und die Möglichkeit, dort erlaubterweise zu fotografieren, ist etwas mühsamer und hat wenig mit dem "Glamour" des Presseausweises zu tun.


Das wahre "Zauberwort" heißt Akkreditierung

Man kann nicht einen Presseausweis vorzeigen und gelangt damit etwa in die Boxengasse oder zur Startaufstellung (s. Foto am Anfang des Artikels) beim Nürnberger Norisring-Rennen (das "Monacco Deutschlands", das einzige Autorennen in Deutschland auf einem Stadtkurs).

Dazu muß man akkreditiert sein. So wie ich meinen eigenen privilegierten VIP-Ausweis über Jahre als quasi "Hoffotograf" für die Promotion eines Fahrers und eines Rennstalls erhalten habe.

Und wenn Günter Lenz beim Fototermin für einen "Polizeiruf 110" (die Kultstatus genießende Folge "Taubers Angst") mit Michaela May und Edgar Selge dabei war, dann, weil er für meine Agentur beim Bayerischen Fernsehen (BR) akkreditiert war.

So wie ich auch selbst lange Jahre in Freimann akkreditiert war und so etwa Fritz Egner und Wendy Windham ablichtete.

Und auch Ralf Gosch war über mich beim NDR akkreditiert, als er seine eindrucksvollen Aufnahmen von Monrose ...

... oder Marquess bei der deutschen Vorausscheidung zum European Song Contest machte.

Und bei keiner dieser Veranstaltungen wäre wer ohne eine Akkreditierung des Veranstalters einfach zum Fotografieren reingelaufen. Auch nicht mit dem echten, dem gültigen, dem amtlichen Preseausweis. Geschweige denn mit irgendeinem "Lappen" von irgendwem.

Und - last but not least - bei einer Akkreditierung kommt es nicht darauf an, "Profi" zu sein. Das fragt kaum jemals ein Veranstalter. Selten, daß für eine Akkreditierung die Kopie des Presseausweises verlangt wird. Daß man einen Auftrag hat, nachweislich für eine Agentur arbeitet (und zwar nicht gerade für einen "No-Name"!) oder ein anderes Medium, das ist Voraussetzung für die Akkreditierung.

Wer sich - auch als Amateur - in den heutigen Zeiten (siehe auch diesen Artikel) für die Pressefotografie interessiert, der kann vielleicht (und vielleicht auch und gerade als ein semi-professioneller oder nebenberuflicher Amateur) ein bißchen "Nektar saugen" aus meinem Praxisleitfaden (Text in Englisch).




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P.S.:

Grade zum Thema "Fotojournalismus" passender Beitrag auf meinem Lieblings-Foto-Blog (The Public Eye Blog).

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