Mittwoch, 4. Januar 2012

Nürnberger Notizen

Nur noch ein Denkmal auf der Wöhrder Wiese erinnert heute an die älteste Papiermühle Deutschlands, die Hadermühle in Nürnberg. Ulman Stromer erwarb die Mühle 1390 und rüstete sie im folgenden Jahr zur Produktionsstätte für Papier um. Die Papierherstellung war damals ein streng gehütetes Geheimnis. Nachdem 1767 ein Großfeuer die Mühle vernichtet hatte wurde sie nicht wieder aufgebaut.

Unter der Bauträgerschaft der DEBA München entstand in den Jahren 1969 bis 1972 am Südufer des Wöhrder Sees (zeitgleich mit dem Bau dieses künstlichen Hochwasser-Regulators) der Norikus, die größte Wohnanlage Bayerns, nach einem Entwurf des Nürnberger Architekten Harald Loebermann (1923-1996) und orientiert an den Ideen eines Le Corbusier. 850 Wohnungen mit 32.000 Quadratmetern Wohnfläche, ein Hallenbad und mit 600 Stellplätzen die größte Tiefgarage Süddeutschlands, alles nicht geeignet, daß die Nürnberger das Monstrum als schön empfinden würden.

Man kennt sie aus der Toskana, die Geschlechtertürme, hoch aufragende Wohn- und Wehrtürme, und mit der Renaissance kam diese Mode auch über die Alpen nach Süddeutschland. In Reinkultur kann man solche Türme in Regensburg sehen. Das Nassauer Haus in Nürnberg ist gedrungener und hat nicht soviele Stockwerke, gleichwohl hat auch dieser Turm sein Vorbild in Italien.

Der Apollo-Tempel im Cramer-Klett-Park beherbergt heute die Spielstätte des Nürnberger Marionetten-Theaters.

Hier stoßen das alte und das moderne Nürnberg aneinander. Die Kreuzung Marienstraße und Gleißbühlstraße nahe des Nürnberger Hauptbahnhofs in der Abenddämmerung. Im Hintergrund sichtbar die Türme der gotischen Lorenzkirche, eine der drei großen Hauptkirchen der Stadt. Die Gleißbühlstraße ist Teil des Altstadt-Rings und somit eine der wichtigen Nürnberger Verkehrsadern. Und die Marienstraße ist eine der Haupteinfallsstraßen aus Richtung Osten.



Passend zur Jahreszeit: Nürnberg im Winter.

Kommentare:

  1. Wieder einmal ein sehr spannender Bericht! Der Apollo-Tempel würde mir schon gut als Wohnhaus gefallen! .... Interessant auch der Mühlengedenkstein! LG Inge

    AntwortenLöschen
  2. Hallo, Inge,

    als Wohnhaus wäre er ein bißchen klein. Das wäre dann ein Einzimmer-Apartment. Ungeheizt. Aber eine tolle Gartenlaube, ja, das wäre der Apollo-Tempel schon.

    Viele Grüße
    Franz

    AntwortenLöschen