Montag, 29. Juni 2009

Warum ich kein Microstocker werden kann

Ich habe einfach nicht die Bilder dafür. Und ich werde nicht den Aufwand betreiben, sie zu kriegen und extra zu fotografieren. Dazu ist einfach der Ertrag zu gering.

Ich habe mal nachstehend drei typische Bilder meines Fundus zusammengestellt, die jüngst verkauft oder runtergeladen worden sind.

Die Inline-Skater - redaktionelle Verwendung (!) heute über eine meiner Agenturen. Bei Microstock würde dieses Life-Bild nicht landen können. Zu wenig inszeniert. Zu echt die Action. Zu authentich die Typen. Einfach nicht "geleckt" genug.

Die Fotomontage unten wurde von einer Boulevard-Zeitung runtergeladen. Die haben so eine Rubrik nach dem Motto Liebe, Sex und Partnerschaft. Also auch für eine redaktionelle Verwendung. Und obwohl die Personen nicht erkennbar sind (und model released) ist das einfach kein Thema für Microstock. Das ist typisch Yellow oder Boulevard.

Und ganz grundsätzlich läuft Erotik gut im Bildgeschäft. Mit relativ "stinknormalen Models. Das "Mädchen von nebenan". Nicht zu modern und "hype". Also ganz anders als bei Microstock, wo du ständig neu und mit neuen Models produzieren musst.

Das Münzgeld, das am 12. Juni einen Artikel auf dem Online-Portal der WAZ illustrierte, könnte gehen. Ich glaube nicht, daß ich da ein Property Release der Deutschen Bundesbank oder der Münze bräuchte. Und das Portemonnaie ist mein eigenes. *grins*

Aber solche Bilder mache ich nur sporadisch zwischendurch. Wenn ich mal wieder zu irgendeinem Finanzthema Symbolbilder brauche. Weil die wie zufällig daliegenden Münzen sind arrangiert. Für die Beleuchtung benutze ich meinen uralten Mannesmann Multiblitz Studio-Blitzkopf. Weil metallische Oberflächen ziemlich kritisch auszuleuchten sind. Da brauchst du das Einstell-Licht, um die Kontrolle zu haben, daß es nicht an der falschen Stelle unerwünschte Lichtreflexe gibt. Da muss das Licht "gesetzt" werden. Das wäre mir, ehrlich gesagt, auf Dauer zu viel Aufwand. Und zu wenig "life and alive". Stills sind nicht so mein Ding ...

Kommentare:

  1. heute war sogar ein kleiner bericht über fotolia im fernsehen...glaube rtl...so unter dem motto, werde reich mit deinen fotos.

    das ich nicht lache....

    franz....du hast ein auge,also kannst du fotografieren, da ist es egal welche motive !

    ich würde nicht so einfach aufgeben.

    werde die sache mindestens 1 jahr durchziehen und dann durchrechnen...aber nicht wie der gute robert...grins!

    wenn nix hängen bleibt lasse ich die sache wieder sterben und fotografier weiter meine leichen.

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  2. Reich werden mit Microstock? Da sag' ich auch: "Dass ich nicht lache!"

    Ich hab's eigentlich schon durchgerechnet - auch anders als der liebe Robert (oder auch andere): ich rechne auch meinen Aufwand (ich bin ja beschäftigt, arbeite, wenn ich hochlade, kategorisiere, meine Bechriftung verändern muss usw., für mich ist das ja nicht "Spaß an der Freude", weil ich es so toll finde, mit meinen Bildern "rumzuwurschteln").

    Und da nehme ich mal ganz einfach den "Stundenlohn", den ich ja mal ganz kaufmännisch kalkuliert habe (s. Preisliste). Also sozusagen die 43 Euro für eine Archivrecherche.

    Ähem, da habe ich bis jetzt sozusagen nur rote Zahlen.

    Da bewerbe ich doch lieber mit meinem neuen Standbein "Haus und Garten" die einschlägigen potentiellen Verwender. Gartenzeitschriften gibt's ja nun einige. Und jede Zeitung hat so eine Rubrik in der Wochenendausgabe.

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  3. spezialisieren ist immer gut, aber wie gesagt,ich fahre an keinem motiv vorbei ohne es zu fotografieren.
    manchmal fahre ich tage oder gar wochen später nochmals hin, weil das licht nicht in ordnung war oder der himmel nicht blau genug.....da kenn ich nix ;)

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  4. Mein lieber Horst, Du bist halt einer, der mit ganzer Leidenschaft Fotograf ist. Du bist als Profi im besten Wortsinn "Amateur" (heißt ja Liebhaber). Ich habe mir das zwar nicht ganz abgewöhnt, aber schon in den analogen Zeiten allein aus Kostengründen stark reduziert. Wenn ich natürlich das Glück des Zufalls habe, dann fotografiere ich selbstverständlich auch einen grandiosen Sonnenuntergang. Und - mit Glück - wird mir der auch mindestens ein Mal veröffentlicht. Und natürlich fotografiere ich auch einen grandiosen Regenbogen. Und sei es, um mit ihm zu photoshoppen. Aber generell denke ich heute, bevor ich auf den Auslöser drücke, fünfmal drüber nach, ob das Bild voraussichtlich einen Markt hat.

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  5. ich geh mit der fotografie ins bett und wache morgens mit ihr auf....schon als kleines kind haben mich kataloge, bilder,zeitschriften und kalender fasziniert.

    ich habe der fotografie sozusagen mein leben gewidmet, das ist jetzt gar nicht pathetisch gemeint.

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  6. Ging mir ganz genauso. Bis ich mich auf die Professionalität eingelassen habe ....

    (Das hat mich ganz schnell und ganz abgrundtief ernüchtert)

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  7. tja, ich habe 6 jahre fest bei BILD gearbeitet ohne einen Tag urlaub und es macht mir bis heute spass....nur heute teile ich mir meine zeit selber ein,die freiheit nehme ich mir !

    nur wer durch so eine zeit gegangen ist darf sich in meinen augen profi nennen.

    angefangen habe ich mal bei der schwetzinger zeitung mit bis zu 15 terminen am tag...der erste termin morgena am 7 uhr, irgendein bauer oder so, der letzte termin abends um 23 uhr beim kaninchenzüchterverein....war ne knalharte zeit. oder die yellow geschichten...oma rettet opa....usw.....aber du kennst das ja.

    da ist von fotografenromantik nicht viel zu spüren !

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  8. Fotografenalltag, nein, keine Fotografenromantik. Dazu habe ich auf meinem Wordpress-Blog einen Beitrag.

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  9. Hallo Franz,
    nebenbei kannste auch so ein Foto machen und verticken (guckst du mein Blog) Stundenlohn zu rechnen als a12er geht natürlich nicht.
    Bei Dir läuft Sex, bei mir Verkehr. Ich sehe keinen Unterschied ;-)))
    Gruß
    Ralf Gosch

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  10. Verkehr läuft bei mir auch (guckst Du hier). Aber nicht die leere Straße. Weil das Typische am heutigen Verkehr ist der Stau, nicht die "paradiesischen" Zustände der Ölkrise von 1973. ;-)

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