Mittwoch, 3. Juni 2009

Ganz schön ruppiger Umgang mit der Ausrüstung

Habe mal wieder ein bißchen Nostalgie im Angebot. Irgendwie komme ich von meiner Lieblingskamera F2 nicht los. Ach, gäbe es für die doch eine digitale Rückwand. Das wär's.


Geschont wurde die ja nun nicht gerade. Das sieht man an den zum Teil üppigen Gebrauchsspuren. Müsste die mal wieder abstauben. Liegt seit jetzt fünf Jahren im Schrank. Da darf so ein Gerät schon mal eine Staubschicht ansetzen.

Die zwei auf dem Bild unten wurden schon mehr als fünf Jahre nicht mehr benutzt. Was kaum einer glaubt, die billige Seagull machte Klasse 6x6-Dias. Und daß es mal Kameras ohne Innenmessung gegeben haben könnte, das kauft die heute auch kaum jemand ab. Ist aber Tatsache. Selbst die Leicaflex SL hatte ewig Außenmessung.

Das 28-er ist mir 1990 bei einer Demo gegen den Golfkrieg ziemlich unsanft zu Boden gegangen. Die Gegenlichtblende (oder heißt das Streulichtblende?) hat's zerbeult, der Linse aber ansonsten nicht geschadet.

Wenn ich mal "provozieren" will, dann flansche ich das Teil sogar heute an die D2H. Die Gaffer sind dir sicher. Ehrlich.

Was früher nicht schon der Einsatz zerkratzt und verschrammt hat, das hat der Fotograf selbst besorgt. Den eigenen Namen auf der Rückseite in den Lack des Gehäuses gekratzt. Die Kamera hat dir bestimmt keiner geklaut. Und heute ist das die wahre Wertsteigerung: daran erkennt man, daß das Gerät dem berühmten Fotoreporter Franz Roth zu Diensten gewesen ist (grins, grins).


Wenn wir schon mal bei der Nostalgie sind: das war mal mein Archiv. Mittlerweile ist es vorzugsweise Rumpelkammer. Ich habe zugegebenermaßen schon ewige Zeiten kein Dia oder Negativ mehr in die Hand genommen.

Mit den modernen digitalen Kameras geht der Profi aber auch nicht gerade zimperlich um. Und deren Verarbeitung ist auch nicht mehr unbedingt so, wie das vor zwanzig oder dreißig Jahren mal war. An der D2H löste sich ziemlich schnell die Gummierung des Kartenfachs.

Erst habe ich dieses Winzigkleinteilchen mit Sekundenkleber angepappt. Aber da liegt immer der Daumen drauf. Und das scheint das Gummiding einfach nicht haben zu wollen. Aber man weiß sich ja zu helfen, schwarzes Tape und "der Käse ist gegessen". Beim Chip-Wechsel ein Stück abziehen und hinterher wieder draufkleben. So einfach ist das.

Überhaupt das schwarze Tape. Ich klebe noch immer den Markennamen damit ab und pinsle mit schwarzem Filzstift die Typenbezeichnung zu. Einmal angewöhnt bleibst du einfach dabei. Auch ohne das Risiko, daß dich ein Scharfschütze ins Visier nimmt, weil er "Nikon" liest.

Übrigens: der Kringel markiert den Standort des von mir gebauten Vogelbads. Mit der Kamera auf dem Stativ (Gitzo Reporter, auch schon uralt) kann man fast vom Kaffeetisch aus Gefiederte "abschießen" (von wegen Garten-Paparazzo im Rollstuhl und so).

Kommentare:

  1. Jaja, da bekommt so ne Ausruestung gleich ne persoenliche Note.
    Es gibt 2 Arten von Photographen: Die einen kaufen sich ne Kamera und striegeln sie wie Ihren Benz, die anderen kaufen sich ne Ausruestung und verdienen Ihr Geld damit.
    Kommt immer drauf an, ob man die Nikon als Statussymbol oder als Handwerkszeug betrachtet.

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  2. Jau, so isses! Ich habe schon "gebrauchte" F2 in der Vitrine beim Fotohändler gesehen, die sahen fabrikneu aus. Mit denen dürfte nie gearbeitet worden sein. Noch nicht mal im Studio. Bei den Kollegen sehen die Kameras zwar immer etwas besser aus, aber selbst dort kriegt eine mal Schrammen ab.

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  3. mein gott franz....da kannst du deinen enkelkindern ( wenn haben ) so einiges erzählen.
    ich seh dich schon im schaukelstuhl sitzen, mit pfeife im mund und die gören hängen begeistert an deinen lippen.....

    wisst ihr, damals war das alles anders......................

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  4. Hallo, Horst, man könnte aber auch ein Abo von Photodeal verschenken. Dann muss man nicht so viel reden. ;-)

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  5. mein ieber franz,wir sind wie die dinosaurier, eine aussterbende spezies.
    wer kann den heute noch ohne den automatikmodus fotografieren ?
    wer weiß den von den knipsern für was die blende und die zeit da sind?
    ich habe noch eine alte messsucherkamera, da hast du mit einem dreh das alles eingestellt, wofür du heute 32 knöfe brauchst.
    im sucher war eine nadel zu sehen, stand die in der mitte war alles ok und du hast ausgelöst....so einfach war das damals.
    du brauchstest keinen akku,das teil funzt heute noch und ist wunderschön anzusehen!

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  6. Jau, so wie Dir mit Deiner Meßsucherkamera geht es mir mit meiner F2.

    Was ich an den heutigen Digitalen nicht mag, das ist, daß sie eigentlich viel zu leicht sind. Mit dem 2,8/300 an der F2 habe ich meine ganzen Reitsport- und sonstigen Action-Fotos geschossen. Das war eine absolut perfekte Gewichtsverteilung zwischen Kamera und Optik. Gefahrlos für Freihandaufnahmen.

    An der D2H (und "leicht" ist die ja eigentlich nicht) ist das ganze kopflastig, äh, objektivlastig.

    Ja, und der Strom. Nix geht ohne Akku oder Batterien. Das habe ich seit der F3 schon gehaßt (deswegen habe ich die nach 2 Jahren wieder verhökert und mir die zweite F2 gekauft). Wie damals viele Kollegen auch.

    Und heute hängst du jede Nacht den Akku ans Netzteil. Damit dir bloß nie mitten im Termin der Saft ausgeht.

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