Heute früh vor unserem Fenster. Es sind 10 Grad minus. Gefühlt gut das Doppelte. Und das wird für die Nacht zum Samstag auch in Nürnberg erwartet. Das Amsel-Männchen macht auch nicht gerade den Eindruck, als würde ihm der Dauerfrost Spaß machen. Die Warmluft, die von drinnen durchs offene Fenster draußen auf die eisige Kaltluft trifft, flirrt vor der Kamera. Geradezu wie eine Fata Morgana.
Und nach einem eiskalten Tag kommt ein ebenso eiskalter Abend.
Aber solche Winterabende mit wolkenlosem Himmel entschädigen auch mit einem furiosen Abendrot. Und da es noch eine Weile wohl frostklirrend bleiben wird, werden wir sicher noch einige dieser Abende erleben.
Zum Abschluß noch was aus wärmeren Tagen. Macht das nicht Lust auf Sommer?
Solche phantastischen Winter-Impressionen können sich einem in 1.600 Metern Höhe bieten. So hoch liegt das Ski-Dorf Königsleiten, das zur Zillertal-Arena gehört.
Auf der tief verschneiten Gerlos-Paßstraße geht es hinauf (winters oft Schneeketten-Pflicht!).
Wir passieren Gerlos und dessen Ski-Gebiet am Ißkogel, um dann die Sonnen-Plattform mit Blick auf die Hohen Tauern zu erreichen.
Ein Paradies nicht nur für Skiläufer, sondern auch für Fotografen. Oder auch für skilaufende Fotografen (oder fotografierende Skiläufer).
Womit man denn dann gleich das Angenehme mit dem Nützlichen verbunden hätte.
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Der leidenschaftliche Winter-Fan, der packt ja jetzt seine Ski und macht sich auf den Weg in die Alpen. War dieses Wochenende anhand der Staus auf Bayerns Autobahnen deutlich merkbar. Für diejenigen, die ihre Nerven schonen und es etwas geruhsamer angehen wollen haben wir die alternativen Ausflugs-Tipps. Einer davon auch durchaus für Wintersportler geeignet.
Winter im Fichtelgebirge
Der Ochsenkopf ist das einzige mit Sesselliften ausgestattete Skigebiet in Franken. Das Gebiet besteht aus zwei Abfahrten, der Nord- und der Südabfahrt. Die Talstation der Nordabfahrt befindet sich am Ortsrand von Bischofsgrün, die der Südabfahrt in Fleckl bei Warmensteinach. Die beiden Abfahrten des Skigebiets sind ebenfalls mit Abstand die längsten Frankens. Einziges Manko für sehr sportliche Fahrer sind längere flache Abschnitte, vor allem in der Südabfahrt. Für Anfänger und Kinder ist das Skigebiet aber gerade deshalb ideal!
Und wer ohne Pisten-Trubel auskommt, der findet am Fichtelsee sein Revier für ausgedehnte Spaziergänge und den Genuß verschneiter Winterlandschaften vor.
Sich aber, wie die Verursacher dieser Spuren, aufs Eis zu wagen, davon raten wir dringend ab. Denn die Warnschilder sind nicht umsonst allenthalben aufgestellt.
Künstlerkolonie Kallmünz
Ein weiteres beliebtes Ziel für einen Tages-Ausflug ist uns Kallmünz in der Oberpfalz (Landkreis Regensburg) am Zusammenfluß von Naab und Vils.
Die winterlich zugefrorene Naab und das pittoreske Städtchen bieten eine Vielzahl interessanter Fotomotive.
Winter in Kallmünz, Landkreis Regensburg, Oberpfalz, Bayern, die zugefrorene Naab mit Blick auf die alte Brücke und die Altstadt.
Kallmünz ist übrigens noch heute eine Künstlerkolonie, eine Rolle, die zu Beginn des 2o. Jahrhunderts begründet worden ist. Hier in der Stadt am Zusammenfluss von Naab und Vils verlobte sich übrigens Wassily Kandinsky mit seiner Malerkollegin Gabriele Münter.
Sanspareil - Ohnegleichen
Sanspareil im oberfränkischen Wonnsees (Landkreis Bayreuth) ist Europas schönster sentimentaler Landschaftspark und lohnt auch im Winter auf jeden Fall einen Besuch. Aber Vorsicht ist geboten! Denn die Wege und Treppen werden weder geräumt noch gestreut. Festes Schuhwerk ist also obligatorisch.
Anlegen ließ diesen Garten Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth, die Schwester Friedrichs des Großen, im Jahre 1744. Als Architekten des Felsengartens gelten Joseph Saint-Pierre und Giovanni Battista Pedrozzi. Der Name des Parks geht auf den Ausruf einer Hofdame des Bayreuther Markgrafen zurück: "C'est sans pareil!" (Dies ist ohnegleichen!).
Den Felsengarten Sanspareil charakterisierte Markgräfin Wilhelmine in einem Brief an ihren Bruder, Friedrich den Großen: "Die Natur selbst war die Baumeisterin". Und in der Tat bestimmen natürliche bizarre Felsformationen im Buchenhain von Sanspareil das Bild des ab 1744 angelegten Gartens. In der Markgrafenzeit wurden einzelne Felsen und Höhlen nach Schauplätzen des französischen Romans "Die Abenteuer des Telemach" benannt.
Jetzt im Winter gibt es genügend solcher Tage, da hat man keine Lust, auch nur einen Fuß vor die Tür zu setzen. Aber bei Schmuddelwetter nur zuhause sitzen und fernsehen, das ist auf Dauer auch nicht das Richtige.
Bayerische Wirtshaus-Kultur
Der Retter in der Not kann in Bayern das traditionelle Wirtshaus sein. Gut essen und trinken und in anheimelnder warmer Gaststube die Seele baumeln lassen. Da mag es draußen stürmen und schneien.
Ein paar dieser gastlichen Stätten stellen wir als unsere persönlichen Tipps vor.
Oberpfalz: Winkler-Bräu in Lengenfeld
Eine gute Stunde Fahrt ab Nürnberg, auf ca. halber Strecke nach Regensburg, liegt Lengenfeld, ein Stadtteil von Velburg.
Winkler Bräu gehört zu unseren beliebtesten Brauerei-Gasthöfen. Das dunkle Kupfer ist - in Maßen genossen - ein Hochgenuß. Und auch die Küche muß sich nicht verstecken.
Oberbayern: Erdinger Weißbräu
Der Weißbräu in Erding ist weltberühmt. Fällt das Wort Weißbier, dann denken die meisten automatisch an Erdinger.
Und die Gaststube ist urgemütlich. Typisch bayerisch lädt sie zum Verweilen ein.
Nicht nur, daß das ehemalige Benediktinerkloster im Ortsteil Asbach des Marktes Rotthalmünster ein sehenswertes Kleinod darstellt, auch die Klosterschänke überzeugt durch Ambiente und die Qualität der Speisen und Getränke.
Man kann es nur hassen wie die Pest. Gerade will man los zum Einkaufen und dann fängt dieser Sch... Schneefall wieder an. Und so in nullkommanix, dass man auf jeden Fall das Auto freilegen muss. Da bleibt man doch lieber gleich zuhause. Ist ja noch was drin im Kühlschrank.
Dagegen war das Regenwetter am Donnerstag ja noch richtig Gold. Aber nass-kalt ist auch nix.
Eigentlich ist das ganze Winter-Wetter nix. Und im Wochen-Turnus schneit es immer wieder. Das Gleiche wie heute am letzten Freitag.
Und acht Tage zuvor das gleiche Dreckwetter.
Wir wollten eigentlich heute nach dem Einkaufen unseren nächsten Nürnberger Herrensitz abdrehen. Den in Schoppershof. Das ist jetzt erstmal vertagt.
Ich war mal grade auf die Schnelle die paar Minuten zum Bahnhof getigert, um Zigaretten zu kaufen. Und habe mich sehr über meine gewachste Barbour-Jacke gefreut ("Best British clothing for worthiest British weather").
Der Willi-Brandt-Platz an der Marienstraße gegenüber des Verlagsgebäudes der Nürnberger Presse ist richtiggehend überschwemmt.
Es regnet ununterbrochen weiter. Wahrscheinlich werden wir bei sinkenden Temperaturen morgen früh wieder gewaltig Glatteis haben. Wie auch heute morgen. In Franken gab es nach Pressemeldungen 30 Unfälle.
Apropos Barbour-Jacke: das ist eine klassische Beaufort aus der Reihe "Men's Classic Country". Habe ich mir 1997 gekauft. Ein unverwüstliches Teil und ein treuer Begleiter durch schlechtes Wetter.
Sobald der Herbst kommt, die Nässe und dann der Winter und die Kälte zur Nässe dazu, da kommt sie nun schon seit vielen Jahren zum Einsatz und hält mich warm und trocken.
Man sieht ihr die Jahre an, aber das muß auch so sein, nur so ist sie ein stylisches Original.
Musste heute früh unseren Wagen kurzfristig in die Werkstatt bringen. Wie alle anderen in unserer Straße war er dick vereist. Um 8:30 Uhr waren minus 6 Grad.
Mit meinem Werkstatt-Ticket habe ich für die Rückfahrt die Straßenbahn benutzt. Da geht es auch am Business-Tower der Nürnberger Versicherung vorbei.
Folgend noch ein Schnappschuß meiner Haltestelle und meiner Privaten Krankenversicherung. Praktisch, wenn man zum Einwerfen seiner Rechnungen nur ein paar Minuten laufen muß.
Gut eine Stunde später. Immer noch minus 6 Grad. Ist übrigens nicht 10:27, sondern 9:27 Uhr. Meine Coolpix hat noch Sommerzeit. Ist ein Trost im kalten Winter.
Erinnern wir uns zurück an den Winter vor einem Jahr. Schneechaos. Die Rettungsdienste hatten Großeinsatz.
Und wer nicht zwingend aufs Auto angewiesen war, der stieg um auf öffentliche Verkehrsmittel.
Und als das große Chaos in Mittelfranken sich gelegt hatte, bedeckte der Schnee weiterhin die Nürnberger City. Das passte zwar exzellent zur Weihnachtsstimmung auf dem Christkindlesmarkt, aber auf diese üppige weiße Pracht hätte man hier in der Stadt gerne verzichten können.
Und als es heute in Strömen zu gießen begann, da hofften wir inständig, daß es sich - bitte, bitte - nicht in Schnee verwandeln würde.
Denn - trotz aller Wintertauglichkeit - auf Cabrio schnee- und eisfrei machen haben wir eigentlich rein gar keine Lust!
Und falls doch noch (und das dürfte so gewiß sein, so wahr es die "globale Erwärmung" gibt!) der Schnee kommt, bleibt zu hoffen, daß der Frankenmetropole nicht wieder das Streusalz ausgeht.
Gerholling ist ein kleiner Weiler und ein Ortsteil von Lalling im Bayerischen Wald (Landkreis Deggendorf).
Und Gerholling steht komplett unter Dekmalschutz, denn der Ort verfügt über ein vollständig erhaltenes Dorfensemble mit zum Teil 400 Jahre alten Bauernhöfen in der typischen Holzbauweise des Bayernwaldes.
Die historischen Höfe und Gebäude sind auch heute noch bewirtschaftet und bewohnt oder werden als Ferienhäuser vermietet.
Und sie legen, auch renoviert und innen mit modernem Komfort ausgestattet, dennoch beredes Zeugnis ab, von der einstigen kargen Lebensweise in dieser Region Bayerns.
Am 21. November waren wir letztmals in unserem Zweit-Domizil in der Südwestpfalz gewesen. Damals hatten wir alles winterfest gemacht. Und als wir nun am 2. Januar wieder hinkamen, da hatte der Winter unser Dorf fest im Griff.
Die Auffahrt zum Haus war so tief verschneit und dieser Schnee so hart verharscht und vereist, daß kein Hochkommen war. Unser Winterdienst hatte bestimmt gedacht, wir kämen in diesem Winter nicht so früh und deswegen nur den Bürgersteig geräumt.
Nun denn, so musste der Chef höchstpersönlich am Montag kommen und das nachholen.
Für einen Profi wie den Gärtnermeister Albert Dachs aus Pirmasens auch kein größeres Problem. Ich habe zwar auch einen Schneeschieber, aber wozu soll ich den in die Hand nehmen, wenn ich für eine Dienstleistung bezahle? Und Sonntagabend hatte ich ja eine Autolänge schon geschaufelt.
Winterliche Impressionen
Hier auf dem Dorf und in unserem Garten zeigte sich in dieser Woche der Winter von seinen richtig schönen Seiten. Der Blick von unserer Eßdiele (Bild oben) nach draußen war einfach dazu angetan, wie man so schön sagt, die Seele baumeln zu lassen.
Tierische Gäste
Die Spuren im Schnee verraten es: unser Garten ist auch im Winter belebt und gut besucht.
Am bemerkenswertesten heuer war das Reh auf unserer Terrasse. Das war eine Premiere. Der Marder war schon oft genug da, die Mäuse ohnehin, aber ein Stück Rotwild auf der Suche nach Futter hatte bislang noch nicht zum Sprung über unseren Gartenzaun angesetzt.
Und auch unsere gefiederten Freunde fühlen sich offensichtlich auch im Winter wohl. Grünfinken, Meisen, Stieglitze sind in großer Zahl da, auch Grünspecht, Buntspecht und Eichelhäher.
Unsere Methode, Verblühtes, Früchte und Samenstände nicht zu beschneiden, sorgen anscheinend für ausreichend Nahrung auch in der kalten Jahreszeit.
Ein Garten für Väterchen Frost
Minusgrade im zweistelligen Bereich überzogen nächtens Pflanzen und Gesträuch mit filigranem Schmuck: Rauhreif.
Im Bild oben der Tatarische Hartriegel vor unserem Küchenfenster. Im folgenden Bild verblühte Sonnenhüte in einem unserer Staudenbeete.
Am frühen Morgen. Alles ist wie verzaubert. Im Licht der aufgehenden Sonne ist der Reif besonders faszinierend.
Und solche Anblicke und Ausblicke trugen ganz maßgeblich mit dazu bei, daß wir einige erholsame Tage genießen konnten.
Und dann kam der Wetterumschwung. Am 5. Januar war noch alles tief verschneit. Es war ein wunderbarer kalter und sonniger Wintertag. Aber in der Nacht begann es bei steigenden Temperaturen zu regnen.
Und so sah es dann einen Tag später am Dreikönigstag am späten Nachmittag aus. Das Tauwetter hatte ganze Arbeit geleistet: der Garten war schneefrei!
Es gießt in Strömen, das Wasser steht auf der Bahn, Aquaplaning läßt schön grüßen, es ist etappenweise so neblig, daß man keine 50 Meter weit sieht, die Gischt sprüht. Der Großteil der PKW-Fahrer ist sehr "witterungsangepasst" unterwegs: Nebel-Schlußleuchte an und volle Kanne im Blindflug durch!
Ich meinerseits fahre 90 km/h. Ist beim Peugeot 207 CC recht einfach, denn dessen Tacho hat die französischen Geschwindigkeitlimits in Ziffern. Also auch die 90 (ist in Frankreich das Limit auf Landstraßen und RN). Und die 90 km/h sind bei diesem Regen genug. Erinnern wir uns an den alten Spruch zum Aquaplaning: "Ab 80 fahren Sie Wasserski!"
Nicht genug sind die 90 Stundenkilometer aber in der Gegend von Schwabach einem tschechischen Truck, der von hinten auffährt, Hupe und Lichthupe betätigt, um mich zu einer schnelleren Gangart zu "motivieren". Kilometerweit klebt er mir unmittelbar am Heck, zieht immer wieder an, um mich zu schnellerer Fahrt zu nötigen. Dieses "Spielchen" geht so lange, bis ihn meine Frau so durch die Heckscheibe fotografiert, daß er das sieht. Und siehe da, plötzlich kann dieser Drängler und Verkehrs-Rowdy auf Abstand gehen!
Nein, er ist bestimmt nicht symptomatisch für seine Zunft. Ebensowenig wie die Fahrer, die im Schneechaos im Dezember trotz polizeilicher Aufforderung nicht die Parkplätze angefahren haben. Nein, symptomatisch sicher auch nicht die Fahrer, die dafür gesorgt hatten, daß in der Nacht auf Freitag die A6 bei Weinsberg für rund 10 Stunden total gesperrt war. Wirklich nicht symptomatisch? Zweifel sind durchaus angebracht.
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